
Die Jochbummler berichten von ihrer Bergtour 2009 in die Dolomiten-Palagruppe
30.07.-03.08.2009
Die Jochbummler, eine lose Vereinigung von Mitglieder des Schwäbischen Albvereins Untertürkheim und des Alpenvereins Südtirols, Sektion Meran, wählten für Ihre Bergtour 2009 die Palagruppe mit dem Standquartier auf der Rifugio Rosetta G, Pedrotti auf 2581 m Höhe. Die Anreise erfolgte über den Reschenpass, Meran, Bozen und Auer nach San Martino di Castrazzo. Von dort konnte man in zweieinhalb Stunden den steilen Aufstieg zur Hütte nehmen oder man wählte die Aufstieghilfe mit der Seilbahn Cima della Rosetta. Die gutgeführte Berghütte bot uns für die nächsten vier Tage Unterkunft und gute Verpflegung. Die ersten Eindrücke der Palagruppe waren überwältigend und ein unvergleichliches Naturschauspiel. Eine sechs stündige Rundtour über das magische Hochplateau der Palagruppe war der Beginn der ereignisvollen Wanderungen.
Um den Pizzo di Mielo, 2784 m, und am Fradusta-Gletscher vorbei erreichten wir die Pradidalihütte, die im Besitz des CAL. Sektion Treviso. steht. Nach kurzer Rast ging es weiter an Türmen und Zacken vorbei zur Rosetta Hütte. Die Palagruppe ist dafür bekannt dass am späten Nachmittag oft der Nebel aufkommt so dass man froh war, die Herberge wieder zu sehen. Am nächsten Tag stand die Besteigung des höchsten Gipfels der Palagruppe des Cima della Vezzana mit 3192 m Höhe auf dem Programm. Der Steig führt unter dem Felskörper des Dehnte Cimon entlang von mächtigen rotgelben Wänden und zerhackten Türmen bergaufwärts bis man einen schneebedeckten Gletscher erreichte. Hier hieß es dann Grödel oder Steigeisen anzulegen. Am Pass di Travignole hatte man einen wunderschönen Tiefblick auf den im Norden steil abfallenden Travignologletscher. Weiter ging es in Richtung Gipfel, den wir auf dem Ignoti Klettersteig über die Biwakschachtel G-Brunner, eine gut ausgebaute Steiganlagen, erreichten. Dabei hatten wir zur eigenen Sicherung Brustgeschirr und Helm angelegt.
Vom Gipfel Cima della Vezzana hatte man einen fantastischen Ausblick auf die bizarren Wände und Felsenzacken der Palagruppe. Beim Abstieg wurden wir wieder vom aufziehenden Nebel überrascht. Die Gruppe war von Anfang an in zwei Parteien aufgeteilt, so dass die letztere Gruppe besonders mit den wittererungs bedingten Umständen zu kämpfen hatten. Die Folge war, dass sie mit etlicher Verspätung auf der Rosette-Hütte eintrafen. Die nächste Tour führte zur Cima di Fradusta, 2939 m. Die Fradusta bietet die beste Gesamtorientierung über den Aufbau der Pala. Man bekommt einen tiefen Einblick in den Pradidali-Kessel und in die Palahochfläche. Ein gut markierter Weg führte über den Passo di Pradidali zum Fradustagletscher. Der Gletscher wurde leicht ansteigend und ohne Beschwerden auf Steigspuren bis zum Gipfel Cima di Fradusta erstiegen.
Nach einer Rast ging der Weg dann über die Palahochfläche zurück zur Rosetta-Hütte. Am Abend bot sich noch die Gelegenheit, den Hausberg Cima della Rosetta 2743 m, zu besuchen. Infolge ihrer vorspringenden Lage, bietet dieser einer gewaltigen Felsenkanzel vergleichbar, eine Aussichtswarte ersten Ranges mit herrlichen Einblicken in den großen Felsraum des Val di Roda und ins Tal nach San Martino di Castrozza. Am anderen Morgen hieß es dann Abschied nehmen von der Rosetta-Hütte und von den Wirtsleuten, die uns in den letzten Tagen so gut versorgt hatten. Bei strahlendem Sonnenschein stiegen wir ab ins Tal zu den Autos, um die Heimreise anzutreten. Wieder ging eine Bergtour zu Ende. Die Jochbummler freuen sich allerdings bereits schon auf das nächste Jahr, wenn es dann wieder heißt, die Stiefel zu schnüren.