Chronik 2004
Tourenwoche „Rund um den Wilden Kaiser“
Termin: Donnerstag, 22. Juli bis Montag, 26. Juli 2004
Ein Bericht von Kurt Heinrich
Wir wollten ihn kennenlernen, den „Kaiser“, der sich als zinnenge-krönter Wächter am Eingang in das Tiroler Inntal erhebt. Er, der Kaiser, zählt zu den schönsten und abwechslungsreichsten Landstri-chen Tirols. Steile Felsfahrten und glückliche Gipfelsiege sollten uns diese Tage bringen. Doch leider war uns der Wettergott auch in diesem Jahr nicht hold, sodass die geplante Tour wesentlich gekürzt und abgeändert werden mußte.
Teilnehmer: Kurt Heinrich, Heinz Kolb, Karl Steil, Eugen Tschoder, Eduard Zaiß, Andy Ziegler
1.Tag: Donnerstag, 22. Juli 2004
Abfahrt:6:00 Uhr Alte Apotheke Untertürkheim
Fahrstrecke:Autobahn Ulm – München - (A93) Inntal - (A 172) Kössen - Schwendt -Griesenau - Mautstrasse zur Griesener Alm
Bis auf einen Auffahr-Unfall in der Nähe von Augsburg, der sich im Nachhinein doch als recht erheblich erwies, verlief sie Fahrt bis zur ersten Rast am Walchsee ohne größere Komplikationen.
Am Walchsee wurde eine erste Vesperpause eingelegt und die mit-gebrachten Getränke und Wurst- und Käsebrote konsumiert
In Griesenau fuhren wir über die enge Mautstrasse durch das Kai-serbachtal zur Griesener Alm hinauf (€ 4,50).
Aufstieg: Griesener Alm (968m) und Stripsenjochhaus (1577m)
Am Mittag, nach Bezug des Nachtquartiers, wurde der Stripsenkopf (1807m) bestiegen.
Von dort aus hatten wir eine schöne Rundumsicht auf die nahgelegene Gip-felkette. Totenkirchl (2190m) – Fleisbank (2137m) – Predikstuhl (2093) – Mitterkaiser (2001m) – Lärchenegg (2123m)
Vor der Schutzhütte wurde dann das obligatorische Gruppenfoto von Andy abgelichtet.
2. Tag: Freitag, 23. Juli 2004
Nach dem Frühstück ging es dann westlich am Stripsenkopf vorbei zum Feldalmsattel (1433 m) und über den Rücken des Ropanzen (1572) zur Hochalm (1403m). Leider zeigten sich am Himmel die ersten Gewitterwol-ken und es war nur eine Frage der Zeit, wann sich das Gewitter entladen würde. So entschieden wir uns, den Aufstieg zum Rosskaiser zu unterlas-sen und weiter zur Vorderkaiserfelden-Hütte (1388m) zu wandern.
Auf dem Höhenweg 811 von Kaiserleiten über Bärentaler Grinn und Kaiser-quelle zum Edelfeldenalm hat es uns dann voll erwischt. Blitz und Donner begleiteten einen Wolkenbruch, der uns bis auf die Haut durchnässte, ob-wohl wir einen ordentlichen Regenschutz angelegt hatten.
Auf dem Waldweg war äußerste Vorsicht geboten, da die nassen Wurzeln die glitschigen Steine und der niedergehende Regen nicht zu unterschät-zen waren. Besonders hart traf es unseren Freund Heinz, der zudem noch mit seinem defekten Rucksack zu kämpfen hatte. So waren wir froh und dankbar als der Himmel sich wieder von seiner Sonnenseite zeigte und wir nach etwa 4 Stunden an der Vorderkaiserfelden-Hütte (1388m) eintrafen. Die Hütte mit ihrer schönen Terrasse und herrlichem Fernblick sowie zwei gemütliche Gaststuben mit geschnitztem Gebälke und urigen Kachelöfen lud uns zum Verweilen ein. Natur pur bot auch ein Alpengarten gleich ne-ben der Hütte, der jedoch an diesem Mittag immer wieder von einer fremden Kuhherde besucht wurde, Der Wirt hatte dabei alle Hände voll zutun, um das Vieh wegzuscheuchen. Während sich die beiden Senioren von den Strapazen erholten, vertrieben sich Eugen, Karl, Eduard und Andy am nah gelegen Klettergarten, der den Schwierigskeitgrad III bis IV auf-wies, die Zeit.
3. Tag: Samstag, 24.Juli 2004
Am Samstagmorgen war der Himmel bewölkt. Dichte Nebelschwaden zwangen uns schweren Herzens zu der Entscheidung, die vorgesehene Py-ramidenspitze, die für diesen Tag im Programm stand, auszulassen und von der Vorderkaiserfelden-Hütte (1388m) zur Hochleitenalm und dem Hin-terbärenbad zum Anton-Karg-Haus (829m) abzusteigen. Nach dem Hö-henweg Richtung Hochleitenalm. den wir schon vom Vortag kannten, stie-gen wir an der Kaiserquelle (560m) direkt in der Falllinie zum Hinterbä-renbad ab. Es war ein beschwerlicher Abstieg und man musste höllisch aufpassen, da der niedergegangene Regen vom Vortag den Weg beinahe unpassierbar machte. Immer wieder fand sich der eine oder andere bei dem feuchten und rutschigen Unterholz auf dem Hosenboden wieder.
Wie richtig unsere Entscheidung war, zeigte sich nach dem Eintreffen im Anton-Karg-Haus (829m). Es schüttete wie aus Kübeln, sodass wir froh waren, ein Dach über dem Kopf zu haben. Das Anton-Karg-Haus entpuppte sich als ein gut geführtes Haus mit einer empfehlenswerten Gastronomie. Der heftige Regen hielt den ganzen Nachmittag an so dass es unmöglich war, die Umgegend noch zu weiter zu erkunden.
4. Tag: Sonntag, 25. Juli 2004
Vom Anton-Karg-Haus (829m) wählten wir den Aufstieg zum Stripsen-jochhaus (1577m). Der Weg führte am Naturfreundehaus Kaisertalhaus (Hans-Berger-Haus, 936m) vorbei und in Serpentinen am Neustadler Holz-schlag zur Stripsenalm und zum Stripsenjochhaus (1577m) hinauf. Die Hütte kannten wir schon von der Übernachtung am Freitag.
Nach dem ersten Umtrunk trennten sich unsere Wege. Eugen, Heinz und Kurt wählten einen Gang auf den Feldberg (1813 m), einem Aussichtspunkt mit einer herrlichen Weitsicht. Karl, Eduard und Andy legten die Klet-terausrüstung an und machten sich auf den Weg über den Eggersteig durch die steinerne Rinne zum Ellmauer Tor, welches zwischen Fleischbank und Prediktstuhl liegt. Am Abend war man wieder vereint und hoffte auf den nächsten Morgen, wobei die Wetterprognosen alles anders als rosig waren.
5. Tag; Montag, 26. Juli 2004
Es kam, wie es vorausgesagt wurde: Am Morgen begrüßte uns dichter Ne-bel. Die Gipfel lagen in Wolken und von einer guten Aussicht konnten wir nur träumen. Wir beschlossen daher schweren Herzens, nach Hause zu fahren.
Der Abstieg vom Stripsenjochhaus (1577m) zum Auto, das an der Griese-ner Alm (968m) geparkt war, verlief ohne Probleme. Am Ende waren wir doch etwas wehmütig, denn der Himmel hellte sich immer mehr auf, je weiter wir ins Tal kamen. Am Auto angekommen, schmeckte der erste Schluck des gut gekühlten Bieres aus der Heimat vorzüglich. Alsbald wur-de die Heimreise angetreten, wobei wir die gleiche Route nahmen, wie bei der Hinfahrt. Ohne Probleme (und ohne weiteren Auffahrunfall) erreich-ten wir Ulm. Dort verließen wir die Autobahn, um nach einem Lokal für die Mittagspause zu suchen. Diese Suche zog sich allerdings bis nach Gingen an der Fils, da montags anscheinend alle Lokale Ruhetag haben. Umso bes-ser war dann das Lokal und jeder konnte zufrieden den Rest der Heimrei-se genießen.
Zum Schluss möchte sich der Chronist wieder einmal für die tolle Kame-radschaft unter den Freunden bedanken, die trotz der teilweise widrigen äußeren Umstände zusammenhielten und hofft auf eine neue Tour mit tol-lem Wetter im nächsten Jahr. Ein Dankeschön an Andy für das Gruppen-bild möchte ich am Schluss noch nachreichen.